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Link 22.01.12, 18:11:38

Der Hipster vor, in und nach der Geschichte

Sören Arne Brentano: Der Hipster vor, in und nach der Geschichte [Auszug]

[...] Wenn der Hipster morgens gegen halb 12 aus seinem ‚voll abgefahrenen‘ Traum herauftaucht, so ist der erste Gedanke, der ihn ereilt der, wie individuell er doch sei, da er sein eigen Bett von IKEA habe, hierauf bleibt er ruhig liegen, es scheint ihm wohl zu spießig so früh am Morgen aufzustehen, und dem anpochenden Bringer der NEON ruft er zu, er solle sie auf seine Türmatte mit einem pseudo-intelligenten Spruch darauf ablegen, denn er hätte noch ‚einen derben Hangover‘ von der Party im Szenelokal gestern Nacht und könne, ohne spießig zu sein, nicht aufstehn; sodann denkt er daran, die Welt zu verbessern, ein ‚bisschen Revoluzzer zu sein‘, wie er es nennt, und weil er fest überzeugt ist, daß Club-Mate etwas sehr Heilkräftiges sei, so bestreicht er sich die Augen damit, oder der Frau Hipsterin, oder seinen kleinen Hipstern, oder seinem wachsamen Hund, oder niemand.

Seine große schwarze Hornbrille, zu welchen diese Ungeheuer große Liebe tragen, sitzt unverrückt, denn ein Hipster ist auch im Schlaf modebewusst. Wenn er aufgestanden, so wechselt er das stylische Holzfäller-Hemd, das ihn bereits von weiten erkennbar macht, und bindet sich sogleich trotz des andauernden Sommers seinen Schal lose um; darauf hält er seinen Kindern eine Abhandlung vom Hipstertum und sagt, wenn er sie zur Montessori-Schule in Berlin-Kreuzberg geschickt, wo er sein zu Hause zumeist in linksalternatven Wohnprojekten hat, zu seiner Frau: Man muß den äußern Schein beobachten, das erhält einem den Kredit, sie werden früh genug ‚total alternativ und so‘ werden. Sodann trinkt er Kaffee, wozu er die höchste Leidenschaft hat, oder welches er übertrieben affektiert haßt; im ganzen ist der Kaffee den Hipstern unendlich lieb, sie äußern sehr gern, sie wüssten nicht was sie ohne ihn anstellen sollten, und sie könnten bei Schlürfen des Heißgetränkes, das unbedingt und unerlässlich zu fairen Bedingungen gehandelt sein muss, Betrachtungen über die Modewelt außerhalb des Mainstreams anstellen, so hängt der Kaffee eng mit ihrer Hipster-Philosophie zusammen; auch besitzt er gewiß irgendeine Kaffeetasse mit einem Motiv, das vorgeblich sein Wesen ausdrücken soll und in den meisten Fällen ein Werk von Banksy beinhaltet.

Übrigens wenngleich mancher Öko-Kaffee trinkt, ohne darum ein Hipster zu sein, so kann man es doch nur in einer Zeit gelernt haben, in der man ideenlos, verkehrt und ein Hipster gewesen, und die lebendigsten, tüchtigsten, reinsten und seelenvollsten Menschen, die ich gekannt, waren nie auf den überteuerten Kaffee aus dem Dritte-Welt-Laden gekommen. Zweifelsohne checkt der Hipster nun auch seine Mails von seinem Macbook aus und schreibt den ersten Post bei Facebook; trinkt er Kaffee, so spricht er von der neuen Indie-Band, welche er erst vor Kurzem entdeckt, nennt seinen aufgeschäumten Kaffee auch wohl Frappucino; sehr kränkend würde es ihm sein, wenn die Frau ihm nicht ein halbdutzendmal sagte: Trinke doch Kaffee bei Starbucks; wenn er aber im Starbucks seinen Kaffee erstehen würde, so ist es ihm nicht individuell genug, obwohl er dort die meiste Zeit des Tages verbracht, um für sein neues Startup Connections zu knüpfen! [...]

Sie glauben, mit der Welt sei es eigentlich aus, weil es mit ihnen nie angegangen. Sie halten sich für etwas Apartes und können die Augenbraue bis unter die Haare ziehen, sofern sie denn nicht eine Glatze geschoren, die ihre feindselige Einstellung zum Mainstream verdeutlichen soll. Sie belächeln alles von oben herab, bedauren, daß wir keine Regisseure von Indie-Filmen sind, und gratulieren sich einander, in einer Zeit geboren zu sein, worin so vortrefflich alternative Leute wie sie leben. [...]


Clemens Brentano hat mal was ähnliches in seinem Blog geschrieben.

tags:#hipster #literatur #text
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Link 27.12.11, 20:48:14

Winefish auf Deutsch

Da ich über die Feiertage ein bisschen Zeit hatte, habe ich mich hingesetzt und den LaTex-Editor Winefish, der auf Bluefish aufbaut ins Deutsche übersetzt. Bei der Übersetzung habe ich mich darum soweit es ging an Bluefish orientiert.
Im Folgenden erkläre ich, wie man Winefish nun auf Deutsch umstellt:

Sofern noch nicht geschehen, sollte zuerst Winefish aus den Paketquellen installiert werden: sudo apt-get install winefish
Nach der Installation:
cd /usr/share/locale/de/LC_MESSAGES
sudo wget https://github.com/downloads/ucn/winefish/winefish.mo
Anschließend wird Winefish neugestartet und die Oberfläche sollte jetzt deutschsprachig sein.

Informationen:
Dieser Weg sollte eigentlich funktionieren, bei mir tut er das jedenfalls.
Weil die Übersetzung von mir stammt und ich auch sehr gerne oft Fehler mache, bin ich für Verbesserungsvorschläge und Hinweise auf Fehler stets sehr dankbar. Fehler gefunden?

Ich wäre dankbar, wenn du mir meine Arbeit per Flattr entlohnst.
Flattr this

tags:#winefish #latex #übersetzung
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Link 11.12.11, 17:43:37

Ach du lieber Goethe!

Heute gibt es hier nach mehrmonatiger Abstinenz — mehr oder weniger — druckreife Bild-Erzeugnisse über die Blütezeit der deutschen Literatur. Im Mittelpunkt steht hierbei der langjährige Austausch zwischen Johann Wolfgang von Goethe und Friedrich Schiller.

Achtung: Sehr anspruchsvoll! (und meistens vulgär, anstößig und nicht zuletzt absolut sinnlos.)


Goethe Comic Nr. 00 Goethe Comic Nr. 01 Goethe Comic Nr. 02

Goethe Comic Nr. 03 Goethe Comic Nr. 04 Goethe Comic Nr. 05

Goethe Comic Nr. 06 Goethe Comic Nr. 07 Goethe Comic Nr. 08

Goethe Comic Nr. 09 Goethe Comic Nr. 10 Goethe Comic Nr. 11

Goethe Comic Nr. 12 Goethe Comic Nr. 13 Goethe Comic Nr. 14

Goethe Comic Nr. 15 Goethe Comic Nr. 16 Goethe Comic Nr. 17

Goethe Comic Nr. 18 Goethe Comic Nr. 19 Goethe Comic Nr. 20

Goethe Comic Nr. 21 Goethe Comic Nr. 22

tags:#literatur #comic #lustig
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Link 17.07.11, 22:56:34

Valve

Most game developers - Valve

tags:#spiele #valve #witzig
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Link 17.07.11, 22:44:09

Der spendable Tobias H.

eine Zeitung, Symbolbild, openclipart.org, Public DomainHeute hat der BILDblog über eine typische BILD-Geschichte berichtet, in der diese sich wiedermal ihre eigene Welt zurecht schreibt, wie es ihr beliebt und an die Gefühle der Leser appelliert, während andere ohne jedwede faktische Grundlage als herzlose Menschen durchs Dorf getrieben werden.

Auf der anderen Seite gibt es immer wieder Personen, die von besagtem Blatt stets gelobt und hochgehalten werden, manchmal auch bis zum bitteren Ende, eindrucksvoll durch das Beispiel Freiherr von und zu Guttenberg belegt. Doch in diesem Fall sieht es so aus, als ob ein anderer bereits bekannter BILD-Freund* seine „15 minutes of fame“ bekam: Der Unternehmer Tobias Huch durfte diesmal einem gar nicht so bedürftigem Kind ein zweites Fahrrad schenken, nachdem dessen Mutter es in Regensburg an einem Bahnsteig gelassen hatte.

Jedenfalls vermute ich das, denn im Artikel der BILD ist nur von einem gewissen Mainzer Unternehmer Tobias H. (29) die Rede, der aus Empörung und Mitleid seinen Geldbeutel geöffnet hat. Mir kam beim Lesen sofort Tobias Huch in den Sinn und siehe da: Neben dem Pseudonym stimmen Wohnort, Beruf und Alter überein. Das kann man aus Huch's Wikipedia-Artikel entnehmen.

Ich hab meine Vermutung gleich mal an die Schreiber vom BILDblog geschrieben, mal gucken ob die meine Vermutung teilen und ihren Post entsprechend ändern, denn dort wurde die Vermutung aufgestellt der gutmütige Unternehmer [sei] auf die "Bild"-Berichterstattung reingefallen.

Das ganze ist natürlich reine Spekulation, ich habe nämlich keine Lust, dass Herr Huch mich wegen Behauptung falscher Tatsachen abmahnt, dazu habe ich weder Zeit noch Geld.

Nachtrag (19.07.2011):
Tobias Huch hat mir per E-Mail den Vorfall aus seiner Sicht geschildert. Bereits um 13.00 Uhr habe er dem Kind das Fahrrad geschenkt, aber erst um 16.00 hat die Bahn den Vorfall genauer erläutert, also konnte er nicht wissen, dass das Fahrrad sichergestellt wurde. Dennoch findet er das Verhalten der Bahn unanständig, das hat ihn wohl auch zum Verschenken des Fahrrads geführt. Der BILDblog hat jetzt auch etwas neues dazu.

*Er hat mir gesagt, er mache nicht mit der BILD gemeinsame Sache, sondern er habe von Berufs wegen einen guten Draht zu sämtlichen Medien, nicht nur zur BILD.

tags:#bild #bahn #medien
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